03.02.2018: Cottbus Calling!

In der südbrandenburgischen Kleinstadt Cottbus kocht die Stimmung. Seit Mai 2017 spitzt der rechte Verein „Zukunft Heimat“ aus Golßen die Gewaltspirale in der Stadt agitatorisch zu, in dem sie Auseinandersetzungen zwischen deutschen Jugendlichen und Geflüchteten für ihre rassistische Hetze instrumentalisiert. Doch die Rassist*innen, Stadt und Medien sehen häufig nur die Geflüchteten als Schuldige, wenn auch die Angriffe oft von rassistischen Zurufen, Pöbeleien und Beleidigungen begleitet sind. Nun droht Cottbus ein Zentrum der völkischen Kampagne des „1 Prozent“ Netzwerks zu werden, die auf derartige Anlässe nur gewartet hat. [1]

Nach außen präsentiert sich „Zukunft Heimat“ als „harmlose“ Bürger*inneninitiative. Doch immer wieder weisen Recherchen darauf hin, dass der Verein enge Verbindungen zur verbotenen „Widerstandsbewegung Südbrandenburg“, die maßgeblich für die „Spreelichter“-Kampagne verantwortlich war, pflegt. [2] Darüber hinaus schafft es „Zukunft Heimat“ das gesamte rassistische Spektrum in Cottbus zu vereinen: Oma, Opa und Hans Peter marschieren hier in einer Reihe mit gewaltbereiten Hooligans der aufgelösten Ultra-Gruppierung „Inferno Cottbus“, organisierten Neonazis, lokalen NPDler*innen, Think-Tanks der Neuen Rechten um die Crowdfunding-Campagne „1 Prozent“, den faschistischen „Identitären“ bis hin zu hohen Funktionären der Brandenburger AfD. Nicht umsonst erreichte die AfD zur Bundestagswahl in Cottbus 26,8% und wurde stärkste Partei in der Stadt. [3]

Immer wieder kommt es im Nachgang der Demonstrationen von „Zukunft Heimat“ zu Übergriffen gegen Geflüchtete und andere Personen, die nicht das menschenverachtende Bild der Rassist*innen und Neonazis passen. Erst vor kurzem wurden zwei Journalist*innen auf der Demonstration von Zukunft Heimat am 20.01.2018 angegriffen und weitere vom Redner*innenpult aus angefeindet.[4] Der Fall erregte überregionale Aufmerksamkeit. Erst einen Tag vor der Kundgebung am 20.10.2018 verhängte der Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) ein Aufnahmestopp für Geflüchtete in Cottbus. [5] Ein fatales Signal, was dem rassistischen Diskurs nicht nur weiteren Aufwind bringt, sondern auch ein Erfolgskonzept belegt, wonach die Politik dem Mob auf der Straße nachgeben könne, wenn die Gewalt auf der Straße expoldiert. Dabei zählt Cottbus schon seit Jahren zu einem Hotspot der rechten Szene und ist Spitzenreiter, was rassistischer Gewalt in Brandenburg angeht. [6]

Doch Cottbus ist mehr als nur ein braunes Nest in der südbrandenburgischen Provinz. Hier gibt es eine Palette von unterstützenswerten Projekten uns es regt sich Protest gegen „Zukunft Heimat“. Um 11 Uhr findet am Sonnabend, 03.02.2018, unter dem Motto „Leben ohne Hass“ eine Demonstration von Geflüchteten, die durch das örtliche Bündnis „Cottbus Nazifrei“ unterstützt wird, in Cottbus statt. [7] Und auch zum Aufmarsch von „Zukunft Heimat“ gegen 14 Uhr sind weitere Proteste in Hör- und Sichtweite geplant.

Wir rufen alle Antifaschist_innen und Antirassist_innen auf, nach Cottbus zu kommen und die Proteste gegen „Zukunft Heimat“ zu unterstützen. Cottbus darf nicht vor dem rassistischen Mob einknicken – es geht nicht nur um die Sicherheit und Lebensqualität der dort lebenden Menschen, sondern auch darum, einen bundesweiten Schwerpunkt rassistischer Mobilisierung einzudämmen.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!
Antifa heißt Landarbeit!

Kommt nach Cottbus und unterstütz die lokalen Geflüchteten und Antifaschist*innen!

Zugtreffpunkt:
Alexanderplatz 09:20, Gleis 2, Abfahrt 09:42
Ostkreuz 09:30, Gleis 1, Abfahrt 09:51

Demonstration
11 Uhr | Altmarkt Cottbus

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[1] http://www.inforiot.de/leben-ohne-hass-demonstration-am-3-februar/
[2] http://www.inforiot.de/zukunft-heimat-demos-fixpunkt-der-cottbusser-naziszene/, http://www.inforiot.de/hinter-den-kulissen-von-zukunft-heimat
[3] https://www.rbb24.de/politik/wahl/bundestag/beitraege/afd-brandenburg.html
[4] https://www.neues-deutschland.de/artikel/1076876.anti-fluechtlings-demonstration-angriff-auf-journalisten-bei-rechter-demo-in-cottbus.html
[5] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-01/brandenburg-cottbus-fluechtlinge-aufnahme-stopp
[6] www.opferperspektive.de/aktuelles/rechte-gewalt-in-brandenburg-auf-unveraendert-hohem-stand
[7] http://www.cottbus-nazifrei.info/3-2-leben-ohne-hass/

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