Why?

Am Samstag, den 20.02.16, fand in Brandenburg an der Havel eine antifaschistische Demonstration statt. In Berlin wurde auf mehreren Informationsveranstaltungen, die mehr oder weniger gut besucht waren, über den zwanzigsten Todestag von Sven Beuter informiert. Etwa 250 Antifaschist_innen dem von einen Neonazi getöteten Antifaschisten, darunter vielleicht 50 Personen aus Berlin. Für eine Stadt mit zahlreichen alternativen Wohn- und Kulturprojekten, politischen Gruppen und Zusammenhängen sind 50 Personen anscheinend schon ein großer Erfolg. Wie kommt es, dass in einer Großstadt wie Berlin ein relativ geringes Interesse besteht, in das umliegende Bundesland Brandenburg zu reisen und die dort ansässigen Antifa-Strukturen zu unterstützen?

Zurzeit vergeht in Brandenburg kaum eine Woche, in der kein rassistischer Aufmarsch stattfindet. Dabei stoßen die Rechten oft auf wenig Gegenprotest, da die lokalen Strukturen mit der Situation überfordert sind. Jenseits der Landeshauptstadt Potsdam fehlt, vereinfacht gesagt, oft eine kritische Masse, um die Aufmärsche aktiv anzugehen und ggf. zu blockieren. Dass die rassistische Mobilisierung in Brandenburg nicht ignoriert werden darf, zeigen die Brandanschläge auf die Asylunterkünfte in Nauen oder Jüterbog. Ihnen ging massive rassistische Hetze, angefeuert durch anhaltende rechte Demonstrationen und öffentliche rassistische Diskurse hervor. Die Gefahr, dass die Stimmung gegen Geflüchtete weiter kippen könnte, ist in Kleinstädten weitaus höher, da dort der Widerspruch gegen die rassistischen Tendenzen oft sehr gering ist. Gerade hier muss entgegengewirkt werden.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschlossen, die Gruppe “Antifa Goes Brandenburg  [AGB]“ zu gründen. Wir sehen unsere Aufgaben darin, Brandenburger Strukturen von Berlin aus zu unterstützen. Wir sind der Meinung, dass es in Berlin dazu ein Potenzial gibt. Wir wollen antifaschistischen und antirassistischen Strukturen und Einzelpersonen in Berlin für die Situation in Brandenburg sensibilisieren und zum landesgrenzübergreifenden Handeln motivieren. Unser Ziel ist es eine stärkere Vernetzung zwischen Berliner und Brandenburger Antifaschist_innen herzustellen und einen effektiven Austausch zu ermöglichen. Die aktuellen Ereignisse zwingen uns aber auch gemeinsam über neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu sprechen, wie es Antifaschist_innen aus Brandenburg (Havel) und Neuruppin begonnen haben. Wir wollen die Barrieren der gegenseitigen Vorbehalte überwinden und dazu beitragen, dass die Strukturen in Berlin und Brandenburg zu einer stärkeren Einheit wachsen.

Gerade in Zeiten, in denen Angriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte auf der Tagesordnung stehen, ist es umso wichtiger, dass die antifaschistischen Strukturen sich gegenseitig unterstützen.

Ihr könnt gerne mit uns in Kontakt treten. All unsere Kontaktadressen:

Email: afagb[ät]riseup[punkt]net
PGP: Download
Webseite: http://agbrb.blogsport.eu/
FB: fb.com/afagoesbrb/
Twitter: @antifa_agb

Außerdem veranstalten wir jeden 2. Donnerstag in Monat den “BrandenburgAbend” in der SchreinA47. Der BrandenburgAbend bietet Raum zum Austausch zwischen Exil-Brandenburger_innen und (Neu-)Berliner_innen, zur politischen Diskussion und Vernetzung. Wir veranstalten im Rahmen des BrandenburgAbends Info-Veranstaltungen, Lesungen, aber auch lockere Abende, an denen die Möglichkeit besteht sich über die Situation in Brandenburg zu erkunden. >>> zum aktuellen BrandenburgAbend